Teil 3: St. Sebastianus-Junggesellenbruderschaft nach 1910

Fahne der St. Sebastianus-Bruderschaft von 1889

Diese Fahne befindet sich seit 1996 auf einer Trägerplatte mit Schutzhaube in der Pfarrkirche    St. Peter

 

Die heutige Vereinigte St. Antonius- und St. Sebastianus-Bruderschaft Hinsbeck teilte sich um 1620 in eine St. Antonius-Bruderschaft und in eine St. Sebastianus-Junggesellenbruderschaft. Weitere Nachrichten über die Junggesellenbruderschaft aus den Jahren 1617 bis 1910 fehlen.

Erst im Jahre 1910 trat die „St. Sebastianus-Schützenbruderschaft“ wieder hervor, als sie ihr 300jähriges Bestehen feierte (als Gründungsjahr wurde das auf dem ältesten Königssilber ange-gebene Jahr 1610 angesetzt). Mit Pfeil und Bogen wurde auf dem Schulhof der Mädchenschule der Vogel geschossen. Ein Artikel in den Zeitungen berichtet hiervon: „Voran die Herolde in altdeutscher Tracht und mächtigen Schlacht-rossen, dann unsere lieben alten Veteranen und Krieger, die Schützenbrüder aus nah und fern, Musikkorps und Gesangvereine; den Schluß bildete die festgebende Bruderschaft, ganz in malerischer Tracht. Der erste Grenadierzug … in der recht schmucken Tracht der friedricianischen Grenadiere aus Preußens großer Zeit, der zweite Zug, die Jägerkompanie …, zusammengesetzt vom Turn-verein, welche sich bei dem Parademarsch so recht auszeichnete. Jetzt folgte der dritte Zug, die Bogenschützen … in der malerischen Tracht der Bogenschützen aus dem Mittelalter. … die alte ehrwürdige und die neue schöne Fahne der Bruderschaft wurden von schmucken, schneidigen Offizieren im Zuge mitgeführt.“ Schützenkönig wurde der 25jährige August Färvers, Brudermeister war Andreas Teller. Die vom Jubelkönig gestiftete Platte war etwas Besonderes: Auf einer großen runden Silberplatte, die seitlich die Jahreszahlen 1610-1910 trägt, ist eine goldene Platte aufgelötet. Diese trägt die Aufschrift: „Zum 300jährigen Bestehen der Junggesellen-Schützen-Bruderschaft St. Sebastianus, gewidmet von August Färvers, Hinsbeck, den 10. Juli 1910.“

In den Kriegsjahren und der nachfolgenden schwierigen Zeit konnte Brudermeister Richard Dammer zu den Versammlungen nur jeweils drei bis sieben Mitglieder begrüßen, ein Vereinsleben fand nicht mehr statt. Erst zum 325jährigen Jubiläum im Jahre 1935 kam es wieder zu einem Vogelschuss. Jubelkönig wurde Richard Nikolaus, und auch der Schreinermeister Matthias Geertjens, von dem Richard Dammer die Ehrenkönigswürde übernahm, stifteten zwei neue Silberplatten.

Als die Nationalsozialisten die kirchlichen Bruder-schaften auf einen Beitritt in den von ihnen beherrschten Deutschen Schützenbund drängten, lehnte dies die St. Sebastianus-Bruderschaft ab. Um allen Unannehmlichkeiten zu entgehen, übergaben die Brudermeister Richard Dammer (Sebastianus-Bruderschaft) und Willi Fenkes (Antonius-Bruderschaft) nach Rücksprache mit Pastor Arians das Silber und die Bücher der Kirche. Nach dem 2. Weltkrieg berief der neue Brudermeister Hubert Fenkes alle Sebastianer zu einer Versammlung, um die Bruderschaft wieder aufleben zu lassen. Doch es war nur ein Strohfeuer, weiteren Aktivitäten entstanden nicht. 1960 kam es daher zur Wieder-vereinigung mit der St. Antonius-Bruderschaft Hinsbeck.

 

 

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